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Trinkwasser-Hausinstallation

Stagnation in der Trinkwasser-Installation

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Es unterscheidet sich je nach Herkunft in seiner Zusammensetzung. Trinkwasser muss die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllen.

Die Trinkwasserverordnung dient dem Schutz der menschlichen Gesundheit und gilt für das Verteilungsnetz einschließlich der Trinkwasser-lnstallation. Die Anforderungen und Grenzwerte sind an der Entnahmestelle des Verbrauchers einzuhalten.

Für die Erhaltung der Qualität des Trinkwassers im Verteilungsnetz und in der Trinkwasser-lnstallation sind längere Stagnationszeiten zu vermeiden. Dies gilt insbesondere für die Hausinstallation.

Stagnation ist der Zustand, in dem kein Trinkwasser aus der Installation entnommen wird. Bei langen Stagnationszeiten (z.B. mehrtägige Abwesenheit) kann die Trinkwasserqualität so beeinträchtigt werden, dass die an das Trinkwasser gestellten Anforderungen nicht mehr erfüllt sind. Daher soll Stagnationswasser weder getrunken noch zur Zubereitung von Getränken oder Speisen verwendet werden.

Art und Intensität der Beeinträchtigung hängen von den verwendeten Materialien, der Wasserbeschaffenheit, der Temperatur und der Dauer der Stagnation ab. Grundsätzlich kann Stagnation in der Trinkwasser-lnstallation nicht vermieden werden. Stagnationsbedingte Änderungen der Trinkwasserbeschaffenheit können jedoch durch geeignete Maßnahmen minimiert werden.

Planung von Trinkwasseranlagen

Grundsätzlich sind bei der Planung die DIN 1988 "Technische Regeln für Trinkwasser-lnstallationen (TRWl)", die AVB Wasser sowie die einschlägigen DVGW-Arbeitsblätter einzuhalten.

Bei der Planung hat der Planer/Installateur die Anforderungen an die Trinkwasser-lnstallation auf Basis der vorgesehenen Nutzung zu berücksichtigen. Dies gilt auch im Hinblick auf die Probleme, die durch Stagnation des Trinkwassers entstehen.

Zur Minimierung von Stagnationszeiten ist bei der Planung insbesondere auf Folgendes zu achten:

Materialauswahl

Für Trinkwasser-Installationen sollten nur korrosionsgeschützte und gütegeprüfte Rohre nach DIN EN 1057 und DVGW-Arbeitsblatt GW 392 eingesetzt werden. Falls für den Bau der Trinkwasser-Installation das Lötverfahren beabsichtigt ist, darf nur das Weichlöten verwendet werden. Die Lötfittings müssen der DIN EN 1254-1 entsprechen. Lote sind nach DVGW-Arbeitsblatt GW 2 herzustellen und Flussmittel gemäß DVGW-Arbeitsblatt GW 7 zu verwenden. Beim Pressverfahren sollten ausschließlich Pressfittings nach DIN EN 1254-7 eingesetzt werden.
Sämtliche Arbeiten an der Trinkwasser-Installation sollten ausschließlich vom Fachmann durchgeführt werden. Wenden Sie sich bitte diesbezüglich an einen zugelassenen Installateur.

Druckprobe und Spülung

Trinkwasser-Installationen sollen kurzzeitig nach dem ersten Befüllen vollständig in Betrieb genommen werden.

Können Bereiche der Installation nach der Druckprobe und Spülung nicht kurzfristig in Betrieb genommen werden (z. B. verzögerte Inbetriebnahme einzelner Bereiche bei großen Gebäuden) oder können sie nicht in gefülltem Zustand verbleiben (z. B. wegen Frostgefahr), ist die Erstbefüllung zu unterlassen und eine trockene Dichtigkeitsprüfung vorzunehmen (DIN 1988-7).

Betrieb der Anlagen

Zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit und Betriebssicherheit müssen Trinkwasser-Installationen nicht nur bestimmungsgemäß gewartet, sondern auch betrieben werden. Bestimmungsgemäßer Betrieb bedeutet vor allem, dass alle Installationsbereiche regelmäßig durchströmt, d.h. genutzt werden.

In der Inbetriebnahme-Vorschrift und im Einweisungsprotokoll ist der Betreiber schriftlich auf die Wartung der Anlage hinzuweisen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, zur Gewährleistung einer einwandfreien Trinkwasser-Beschaffenheit, auf eine regelmäßige Entnahme von Trinkwasser an allen Entnahmestellen hinzuweisen.

Zusammenfassung

Trinkwasser kann bei langer Stagnationsdauer in der Wasserleitung so beeinträchtigt werden, dass die an das Trinkwasser gestellten Anforderungen nicht mehr erfüllt sind. Deshalb muss die Installation hygienebewusst geplant, erstellt und betrieben werden.